Wanderweg:Bokel-Jevenstedt-Bokel, Schleswig-Holstein
Schleswig-Holstein
Teilstrecke:Rundwanderung
Dauer / Streckenlänge:Tagesausflug, 25 Km (hier beschrieben als 2 Tages Tour)
Streckenbeurteilung:Wanderung
Wasser für den Hund:Muss mitgenommen werden
Die Wanderung mit Hund istEmpfehlenswert
Homepages zum Wanderweg:www.moehls.de
Stichworte im Netz: Wildes Moor, Bokel, Jevenstedt

Weiter Informationen zum Wandern mit Hund:
Die Tour beginnt in dem kleinen Dorf Bokel bei Rendsburg. Wir - das sind eine Freundin, mein Hund und ich - sind mit dem Auto dort hingefahren und haben es dort über Nacht in einer Seitenstraße abgestellt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man dort schwerlich hin... ansonsten mal bei den Verkehrsbetrieben des Kreises Rendsburg-Eckernförde anfragen. Oder mit dem Zug nach Nortorf und von Nortorf mit dem Bus nach Bokel, das geht auch.

Von Bokel aus sind wir der Ausschilderung des historischen Ochsenweges gefolgt, der von Jütland/Dänemark bis nach Wedel bei Hamburg führt. Der Ochsenweg war Jahrhunderte lang der wichtigste Handelsweg zwischen Nord und Süd und ist vor einigen Jahren für Rad- und Fußwanderer wieder \"gangbar\" gemacht worden.

Der Weg führt aus Bokel heraus in die Feldmark und an verstreut liegenden Gehöften vorbei. Felder, Weiden und Wälder säumen den Weg, der schließlich durch das \"Wilde Moor\" bei Bokel führt. Dies ist ein unter Schutz stehendes Hochmoor, das man auf gut angelegten Naturwegen durchqueren kann. Seltene Pflanzen und Vögel finden hier ein Refugium. Auch besteht die Möglichkeit zur Rast und Vogelbeobachtung an einem erhöhten Aussichtspunkt. Hier wurde ein Seensystem angelegt und der erhöhte Ort bietet einen wunderschönen Weitblick über die Moorlandschaft.

Da wir nach Jevenstedt wollten, haben wir den Ochsenweg verlassen und sind auf verschiedenen Wanderwegen, die auf der Karte verzeichnet waren, nach Jevenstedt gelangt. Dort haben wir uns für eine Nacht in \"Möhl´s Gasthof\" einquartiert (Dorftsraße 12, 24808 Jevenstedt; Tel.: 04337-331). Es ist, soweit ich weiß, das einzige Hotel am Ort und absolut empfehlenswert! Das wenig spektakuläre Gebäude entpuppte sich als Ort der Gastlichkeit, in dem wir samt Hund freundlich empfangen wurden. Das Essen ist vorzüglich und geradezu sterneverdächtig... hätte ich bei einem kleinen Dorfgasthaus nicht erwartet. Auch die Zimmer sind liebevoll eingerichtet und sauber.
Da wir aufgrund einer ausgiebigen Feier leider nicht sonderlich ausgeruht erwachten, gewährte man uns kulant Rabatt und obendrein ein kostenloses Lunchpaket für den zweiten Teil unseres Weges. Fand ich wirklich nett und kann dieses Gasthaus nur empfehlen!
Es gibt dort zwar nachmittags nur Kaffee und keinen Kuchen - aber den kann man sich vom Bäcker gleich gegenüber holen... *twinkle*

Am nächsten Morgen sind wird dann erneut aufgebrochen und auf der Südschleife dem Ochsenweg wieder folgend weiter gewandert. Schöne Wege wieder an Wiesen, Weiden und Wäldern entlang (viele Laubwälder, sehr angenehm!). Manchmal über Wirtschaftswege, manchmal über wenig befahrene Landsträßchen. Nur um Jevenstedt herum wurde es ein wenig \"hektischer\" und die Straßen größer und befahrener (kein Wunder, dort treffen sich Bundes-, Landes- und Kreisstraßen..).

Der Weg auf dem gut ausgeschilderten Ochsenweg führte uns nach Brammerau. Hier lockte uns ein Schild mit dem Symbol des Ochsenweges in brauner Farbe (normalerweise zeigt das Schild Jütland und Schleswig-Holstein in grüner Farbe auf weißem Grund) - \"Historischer Weg\".
Das klang verlockend! Offenbar konnte man hier auf einem Teilstück dem original erhaltenen Ochsenweg folgen. Und auf der Karte war ein Rundweg eingetragen. Also machten wir hier einen Schwenk und beschlossen, die Rundwanderung mitzunehmen, um dann wieder in Brammerau zu landen.

Hätten wir das mal nicht gemacht...

HINWEIS: der Abstecher zum historischen Weg und die Rundwanderung im Katzheider Gehölz sind nicht zu empfehlen! Der Wanderweg führt zunächst parallel an der vielbefahrenen L 328 entlang, ist nicht ausgeschildert und vom ursprünglichen Ochsenweg ist außer einem baumbestandenen Wall und einem ungemähten Weg kaum etwas zu sehen. Dann biegt der Wanderweg in einen Wald ab und führt über ein Gehöft, dessen Eigentümer ganz und gar nicht von unserer Anwesenheit erbaut war! Dies bekam selbst mein Hund zu spüren, als der Jagdund des Eigentümers zum Angriff überging und meinem Beardie übel mitspielte... was fast zum Abbruch der restlichen Wanderung führte...
Nein, ein ganz und gar unfreundlicher Ort! Ich kann nur raten, diesen Abstecher auszulassen...

Nachdem mein Hund notdürftig verarztet war, konnten wir die restlichen Kilometer auf dem Ochsenweg (grün auf weißem Untergrund!) fortsetzen und kamen dann schließlich über Feldwege und kleine Sträßchen nach Bokel zurück.

Die Gesamtstrecke beträgt etwa 25 km und kann auch gut an einem Tag gewandert werden.
Auf zwei Tagesetappen verteilt, dürften die Teilstrecken in etwa gleich lang sein; vielleicht ist der erste Abschnitt den einen oder anderen Kilometer länger.

Empfohlene Karte: Karte Nr. 6 des Landesvermessungsamtes Schleswig-Hostein (Rendsburg/Neumünster)

Wasser sollte für den Hund mitgenommen werden.

Da es durch teils wildreiche Gebiete geht, sollte jeder seinen Hund und sein Gewissen prüfen, ob er lieber von der Leine Gebrauch macht.

Ansonsten ist es eine landschaftlich reizvolle Strecke abseits lauter Straßen und auf jeden Fall empfehlenswert!

Wildes Moor bei Bokel; FeldwegWildes Moor bei Bokel; Sumpfcalla
Wildes Moor bei Bokel; VogelschutzrevierSchaurig ist´s, durchs Moor zu gehen... (Der Puppenkopf ist wohl versehentlich in der Schreddermaschine gelandet und wurde mitsamt dem Wegebelag verarbeitet... 'Chucky' lässt grüßen...)

Ein Beitrag von Meike





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