Wanderweg:Meraner Höhenweg, Tirol
Teilstrecke:komplett, Nord- und Südweg
Dauer / Streckenlänge:6 Tage, ca 100 km
Streckenbeurteilung:Wanderung
Wasser für den Hund:Muss mitgenommen werden
Die Wanderung mit Hund istempfehlenswert
Homepages zum Wanderweg:www.meran-tirol-algund.com
zahlreiche weitere Links über Google

Weiter Informationen zum Wandern mit Hund:
Bei meinen Recherchen im Internet, als Vorbereitung zur Wanderung auf dem Meraner Höhenweg, gewann ich ein wenig den Eindruck, man könne den Weg (zumindest den Südteil) auch mit Geh-Hilfe oder Gipsbein bewandern. Da war von "leichter Wanderung", "ebenen Strecken" und "gut ausgebauten Wanderwegen" die Rede.... Für mich ist der Meraner Höhenweg (egal ob Nord oder Süd) der wahrscheinlich längste Trampelpfad der Welt. Der Unterschied zwischen dem Nord- und dem Südteil liegt für mich nicht in der Qualität des Weges, sondern lediglich darin, dass es bei dem Südteil zwischen den Auf- und Abstiegen immer mal wieder gerade Strecken gibt, auf denen man sich beim Laufen erholen kann, während man im Norden entweder Berg auf, oder Berg ab läuft, aber so gut wie nie geradeaus.

Zur Orientierung nutzten wir folgendes PDF-Dokument:
www.cms.consisto.it/concms/aspupload/meranerland_com/editor/581/Meraner%20Höhenweg.pdf

Während das Dokument zum Planen der Übernachtungen sehr gut ist, da alle Gasthöfe am Weg aufgeführt werden, erlebt man, wenn man sich auf das angegebne Höhenprofil verlässt eine böse Überraschung nach der anderen! Meines Erachtens sind die Leute, die dieses Profil erstellt haben, den Höhenweg selber nie gelaufen, sondern haben lediglich die einzelnen aufgeführten Gasthöfe durch Linien miteinander verbunden.


So, jetzt aber zu unserer Wanderung mit Hund:

Generell gilt in der gesamten Texelgruppe, als Naturschutzgebiet, Leinenzwang für Hunde, daher sollte auf jeden Fall eine Langlaufleine mitgenommen werden. In wie weit man sich an die Vorschrift hält, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.
An kühleren Tagen findet sich auf jeder Etappe ausreichend Wasser (sei es als Bach oder auch auf den Hütten/Gasthöfen), an sehr heißen Tagen würde ich aber empfehlen eine "eiserne Ration" Wasser mitzunehmen.
Zu behaupten das Hunde auf den Hütten und in den Gasthöfen gerne gesehen sind, wäre gelogen. Wir wurden wegen des Hundes aber an keiner Unterkunft abgewiesen. Da der Hund aber nicht in allen "Stuben" erlaubt ist, sollte er in der Lage sein, zeitweise alleine im Zimmer oder im Bettenlager zu bleiben. Bei der Übernachtung im Bettenlager ist man stark davon abhängig, wie die anderen Wanderer dazu stehen, dass ein Hund mit übernachtet. Entsprechend sollte sich der Hund ruhig verhalten und das Bettenlager nicht als sein Revier verteidigen.
Ich empfehle, im Vorfeld nur die erste Übernachtung zu buchen und dann am nächsten Morgen, vor dem Loswandern, telefonisch am nächsten Etappenziel anfragen zu lassen, ob man dort (mit Hund) unterkommen kann. Dadurch ist man flexibler und kann die Etappenweite entsprechend seine Fortkommens anpassen, während das Unterkommen am Abend doch gesichert ist.

Wir begannen unseren Weg in Katharinaberg und liefen in nördliche Richtung, um erst den schwierigeren Nordteil zu begehen und anschließend den (vermeintlich) leichteren Südteil.

1. Tag (Mittags losgelaufen)
Katharinaberg (1245m) - Eishof (2069m)
Wegzeit: 5 h (inklusive 1 h Pause)
Wetter: Sonne und Regen im Wechsel

Von Katharinaberg bis zur zum Gasthof Jägerrast (1676m) geht es überwiegend über einen schmalen Trampelpfad durch den Wald. Der läuft verläuft häufig an einem steilen Hang, mit steilen Auf- und Abstiegen. Erdrutsche und steinige Wegpassagen machen die Strecke oft unwegsam. Für diesen Teil der Strecke sollten sowohl Frauchen/Herrchen als auch der Hund trittsicher sein und dürfen nicht allzu ängstlich sein.

Vom Gasthof Jägerrast bis zum Eishof ist der Weg sehr gut ausgebaut und auch sehr stark bewandert. Nach einer anfänglich sehr starken Steigung wird der Weg dann zunehmend ebener und ist angenehm zu laufen.



2. Tag
Eishof (2069m) - Pension "Pöhl" in Pfelders (1622m)
Wegzeit: 5:30 h (inklusive 1 h Pause)
Wetter: Regen (oberhalb von 2600m Schnee)

Vom Eishof zur Stettiner Hütte (2875m) führt ein anfänglich gut ausgebauter Weg, der dann am Berg zwar in einen stetig ansteigenden Pfad übergeht, aber dennoch gut gelaufen werden kann. Am Kamm des Eisjöchls, muss dann ein wenig geklettert werden, was unser Prinz aber problemlos schaffte. Gegebenenfalls muss dem Hund hier ein wenig geholfen werden, was aber zu bewerkstelligen sein sollte.

Von der Stettiner Hütte zur Lazinser Alm (1782m) führt der Weg in der gleichen Qualität bergab, wie er bergauf ging. Der einzige Unterschied besteht darin, dass er streckenweise an senkrecht nach unten führenden Hängen vorbei läuft, was wandernden Menschen und Hunden mit Höhenangst eventuell Probleme bereiten könnte.

Von der Lazinser Alm bis Pfelder (1622m) ist der Weg weitestgehend eben und wieder gut ausgebaut. Hier möchte ich kurz eine Erfahrung zum "Hotel Pfeldererhof" schildern. Uns (die wir nicht gebucht hatten) wurde eine Nacht im Bettenlager + Frühstück für 35 Euro pro Person angeboten (wobei der Hund kostenlos wäre). Von anderen Wanderern, die gebucht hatten, erfuhren wir später, dass sie für 35 Euro pro Person ein 5-Gänge-Abendessen + eine Nacht im Bettenlager + Frühstück bekommen hatten. Wer dort also nächtigen möchte, sollte vorher buchen. Allen anderen epfehle ich die Pension "Pöhl", in der wir sehr gut in einem Doppelzimmer + Frühstück, für 29 Euro pro Person unterkamen (auch hier war der Hund umsonst).



3. Tag
Pension "Pöhl" in Pfelders - Gasthaus Valtelehof (1100m)
Wegzeit: 6 h (inklusive 0:45 h Pause)
Wetter: Sonne und Wolken

Zunächst verläuft der Höhenweg als Trampelpfad ganz eben, parallel zu einem Fluss. Nachdem man dann ein Stück Strasse gelaufen ist, biegt der Weg in einen Wald ein, durch den man nach Ulfas(s) (1369m)gelangt. Zu Ulfas(s) sei gesagt, dass es dort keinen Gasthof o.ä. unmittelbar am Höhenweg gibt. Die einzige Möglichkeit ist die Ulfasser Alm (oder so ähnlich), deren Besuch aber ein Umweg von ca. 1:30 h bedeuten würde. Spätestens nach dem verlassen von Ulfas(s) merkt man, dass o.g. PDF-Dokument lügt, was das Höhenprofil betrifft. Von Ulfas bis Christl (1132m) geht es unentwegt steil bergauf oder bergab. Das im Höhenprofil eingezeichnete stetige leichte Gefälle, gibt es nicht mal annähernd.
In Christel gibt es dann den Unterchristl-Hof, ein Gasthaus mit wunderbarem Ausblick auf St. Martin (glaub ich). Der Weg bis zum Valtelehof ist dann überwiegend eine feste Strasse, welche ebenfalls auf oder ab geht, aber so gut wie nie geradeaus.



4. Tag
Gasthaus Valtelehof - Leiteralm (1522m)
Wegzeit: 10 h (inklusive 1:30 h Pause)
Wetter: Regen / Nebel / Sonne

Bis Magdfeld (1147m) geht es weiter berg auf oder berg ab, aber es geht keine 100 Meter ohne Steigung. Manchmal geht es über die Strasse, überwiegend aber über einen Trampelpfad im Wald. Ab Magdfeld wird der Weg dann leichter, es geht zwar immer noch auf und ab, es kommen aber ausreichend ebene Strecken, auf denen man sich, während des Laufens erholen kann. Nachdem unser angestrebtes Ziel, dass Gasthaus Hochmut (1361m), leider ausgebucht war (ja, wenn uns jemand mal den Tipp gegeben hätte vorher immer anzurufen ;-)), gingen wir weiter zur Leiteralm... dem unglaublichsten, was wir auf der ganzen Wanderung erlebten. Für 17 Euro pro Person pro Nacht, kamen wir in einem Holzschuppen, in einem 4-Bett-Zimmer (mit gerade genug Platz um sich um die eigene Achse zu drehen, ohne Möglichkeiten seine Sachen aufzuhängen) unter. Die angepriesene Dusche und die 2 WC waren auf ebensoviel Platz untergebracht, wobei die Stillen Örtchen und die Toiletten lediglich durch Duschvorhänge getrennt waren (Türen hätten wohl zuviel Platz verbraucht?!). Als Abendessen gab es dann die Essensreste vom Nachbartisch, noch mal frisch aufgewärmt und übriggebliebenen Salat (für nur 8 Euro pro Person). Als krönenden Abschluss unseres Besuchs, gab es zum Frühstück dann Brotfladen, mit denen man auch Nägel hätte einschlagen können... wenn es etwas gibt von dem ich wirklich abrate, dann von einer Übernachtung in diesem Haus!

Bemerkenswert ist noch der Weg vom Gasthaus Hochmut zur Leiteralm, dieser Weg führt, ungesichert, entlang des tiefsten Steilhanges auf der ganzen Route und stellt für nicht schwindelfreie Wandernde eventuell eine richtige Herausforderung dar.



5. Tag
Leiteralm - Gasthaus Giggelberg (1656m)
Wegzeit: 8 h (inklusive 1 h Pause)
Wetter: Sonne

Am Morgen des 5. Tage stellte ich fest, dass ich Prinz seinen Rucksack am Vortag wohl nicht richtig aufgesetzt hatte und er Schürfwunden an den Vorderläufen hatte. Um kein unnötiges Risiko einer Entzündung einzugehen, übernahm mein Vater das restliche Hundefutter in seinen Rucksack, während ich Prinzs Rucksack in den meinigem verstaute.

In gewohnter Manier, geht es auch auf dieser Etappe über Stock und Stein immer bergauf und bergab. Bemerkenswert ist hier ein recht langer Abschnitt, auf dem man wohl über einen früheren Bergrutsch geht, große und kleine Steine liegen übereinandergerollt herum und man läuft darüber... hat schon was. Das Gasthaus Giggelberg liegt sehr schön, direkt am Hang, oberhalb des Tals, der Ausblick ist märchenhaft und der Preis für Übernachtung im geräumigen 4-Bett-Zimmer + Frühstück ist mit 17 Euro pro Person nicht zu schlagen.



6.Tag
Gasthaus Giggelberg - Katharinaberg (1245m)
Wegzeit: 7 h (inklusive 0:30 h Pause)
Wetter: Sonne und Regen im Wechsel

Obwohl diese Etappe weitestgehend eben und gut zu laufen ist, ist es für Hunde die wohl anspruchvollste Passage. Zwischen dem Gasthaus Hochforch (1555m) und dem Hofschank Pirchhof (1445m) gibt es drei tiefe Schluchten, die man jeweils erst absteigen und dann wieder aufsteigen muss. Die Auf-/Abstiege sind teilweise nur über Stahlleitern zu bewältigen, unter/über deren Stufen man durchsehen kann. Des weiteren muss ein Flussbett kletternd überquert werden, was unserem Hund zu schaffen machte.
Wandert man also mit einem Hund der es nicht gewohnt ist Treppen zu laufen durch deren Stufen man blicken kann, würde ich dringend empfehlen die Tour bei Hochforch zu beenden (oder zu unterbrechen und mit dem Taxi die Schluchten zu umfahren).

Gegen 15 Uhr waren wir dann wieder in Katharinaberg und begaben uns auf die Heimreise.



Fazit:
Für mich ist der Meraner Höhenweg ein für Hund und Mensch anspruchsvoll zu laufender Wanderweg. Auf Grund der eher bescheidenen Wegqualität, sollten beide trittfest sein, dürfen keine Höhenangst haben und sollten auch nur das Nötigste an Gepäck mitnehmen (mein Rucksack wog 15,5 Kg - trotz mehrfachen Aussortierens vor der Wanderung - und war für diesen Weg eindeutig zu schwer).
Trotz der Strapatzen und des überwiegend schlechten Wetters (was Prinz entgegen kam) ist der Meraner Höhenweg laufens- und erlebenswertwert und wir werden ihn bestimmt noch mal gehen. Der Reiz liegt sicher zum einen im Erreichen des gesetzten Zieles, zum anderen aber auch in den oft langen unheimlich stillen und friedlichen Wegstrecken und der (bei gutem Wetter) atemberaubenden Aussicht in die Täler und auf die angrenzenden Berge.

Auf allen Bilder auf denen ein Mensch oder ein Hund zu sehen ist, handelt es sich um meinen Vater oder um unseren Prinz. Einen umfangreicheren Wanderbericht (unabhängig vom Hund) wird es bald auf der Homepage meines Vaters geben: www.AufSchustersRappen.de
Weitee Bilder zur Wanderung gibt es bald auf www.4blochs.de



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