| Wanderweg: | Bayern/Böhmen (Tschechien) |
| Teilstrecke: | komplett |
| Dauer / Streckenlänge: | 7 Tage + 1 Ruhetag |
| Streckenbeurteilung: | Wanderung |
| Wasser für den Hund: | Gibt es ausreichend |
| Die Wanderung mit Hund ist | Empfehlenswert |
| Homepages zum Wanderweg: | www.pedalo.com www.eurohike.at |
| Weiter Informationen zum Wandern mit Hund: | |||||||||||||||||||||||||||||||||
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Im August 2006 bin ich mit meinem Hund zu einer Wandertour auf dem Goldenen Steig im den Bayrischen Wald aufgebrochen.
Der Goldene Steig war einst ein wichtiger Handelsweg ins Moldauland, auf dem vorwiegend Salz transportiert wurde. Der Veranstalter Eurohike bietet diese (und andere) Tour als Wandern-ohne-Gepäck an. Hierzu gehört auch die Buchung der verschiedenen Unterkünfte. Im Preis inbegriffen auch Halbpensio und Lunchpaket. Als Willkommensgruß wurden mir ein Wanderrucksack (!) und ein Kompass sowie die Wanderunterlagen ausgehändigt. Die Tour ist als Rundtour ausgelegt, startet und endet in Passau und führt nach Vimperg in Tschechien. Da es durch Wälder und Naturschutzgebiete geht, ist vielfach Leinenpflicht. Wie der Einzelne damit umgeht, muss jeder für sich und seinen Hund entscheiden... Start der Tour: 05. August 2006 Ende der Tour: 12. August 2006 Ruhetage: 1 (im Wanderangebot inbegriffen) Kosten der Tour für eine Person (ohne Anreise; mit Gepäcktransfer, 3-Gänge-Halbpension, Lunchpaket, Übernachtungen): 829,- € Hund: für den Hund wird je nach Unterkunft extra bezahlt. In der Regel um die 2,50 bis 3,- €. Besonders teuer waren die tschechischen Hotels mit bis zu 5 - 5,50€ pro Hund und Übernachtung. Es gibt Bäche und Flüsse zu Hauf an der Strecke. Dennoch empfiehlt sich die Mitnahme von Wasser, da man nie weiß, wann der nächste Bach kommt und wo man eine Pause einlegt. Schwierigkeitsgrad: die Landschaft ist hügelig, manchmal etwas steiler ansteigend. Der höchste Punkt der Wanderung ist der Berg Boubin mit 1362 Höhenmetern. Insgesamt ist die Route gut zu wandern und bietet keine außergewöhnlichen Schwierigkeiten. Die Kilometerleistungen liegen zwischen 15 (kürzeste) und 24 km (längste Strecke). Im Schnitt um die 18/19 km. Unterkunft: in allen Hotels war der Hund willkommen. Auch die Mitnahme ins Hotelrestaurants war stets problemlos. Ausrüstung: Regen- und Sonnenschutz sowie gute Wanderschuhe sind ein Muss! Grenzübertritt: obwohl nur stichprobenartig kontrolliert wird, auf jeden Fall Personalausweis oder Reisepass einstecken und für den Hund den Impfpass (Tollwutimpfung); auch der Nachweis einer Auslands-Krankenversicherung kann sinnvoll sein. Vor Reiseantritt daher am besten den Veranstalter kontaktieren bzw. sich selbst informieren, was erforderlich ist. Geld: in Tschechien wird mit der Krone bezahlt. Tauschen kann man entweder am großen Grenzübergang oder in den Hotels. Gestartet bin ich in Passau, der 3-Flüsse-Stadt in Bayern. Ich bin zwei Tage vorher angereist, um auch noch etwas von der Stadt zu sehen. Die Altstadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert (oder zwei oder drei...)! 1. Wandertag 05.August Route: Passau - Fürsteneck/Atzldorf Wetter: trocken und ideale Wandertemperatur! Länge: 24,11 km Dauer: 8 Stunden (nach Reiseunterlage 6,5 Std.) mit vielen Pausen und im "Genießertempo" Mit Hilfe des bebilderten Wanderführers verlasse ich Passau und wandere durch das Ilztal Richtung Fürsteneck/Atzldorf. Es geht durch Wälder, über weite Wiesen, immer wieder an der strömenden Ilz entlang. Die Wege sind zum Teil nur schmale Trampelpfade (gerade nach meinem Geschmack!) und nach etwas mehr als der halben Strecke hat man einen wunderbaren, wenn auch durch die Bewaldung eingeschränkten Blick über die dahinfließende Ilz und ihr Tal. Unterwegs treffe ich ein italienisches Paar, die ebenfalls die Tour gebucht haben. Und da wir ein ähliches Schritttempo haben, treffen wir uns immer wieder und wandern schließlich gemeinsam... Die Unterkunft in Atzldorf ist eine Pension mit deftiger Küche, großem Zimmer und einer netten Betreiberin.
2. Wandertag 06. August Route: Fürsteneck/Atzldorf - Freyung Wetter: Regen, Regen und nochmal Regen... Länge: 18,8 km Dauer: 8,5 Stunden (nach Reiseunterlage 5,5 Std.) mit Pausen und Verlaufen... Vom zweiten Tag kann ich nicht viel berichten. Die Schönheit der Landschaft blieb hinter Regen und Nebel oft verborgen. Wälder, Wiesen und kleine Ortschaften durchqueren wir (denn inzwischen verabrede ich mich mit den Italienern zu Frühstück, Abendessen und Wanderung). Irgendwann kehren wir in einem netten Gasthof ein und machen eine Pause. Während wir dort sitzen, hört es auf zu regnen! Kaum verlassen wir die warme Stube, setzt der Regen wieder ein... Doch es bleibt bei einem leichten Regen, der die Klamotten nicht durchtränkt. Insofern war es aushaltbar... Die Italiener hatten allerdings das falsche Schuhwerk an und schnell nasse Füße... Leider weist auch der Reiseführer einige Mankos auf und wir verlaufen uns im Wald... stattdessen müssen wir einen langen, dafür aber idiotensicheren Umweg gehen, der uns in unser Quartier führt... Dafür entschädigt die schöne Unterkunft im Hotel "Zur Post". 3. Wandertag 07. August Route: Freyung - Philippsreuth Wetter: bestes Wanderwetter: trocken, wolkig mit sonnigen Abschnitten, leicht windig und kühl Länge: 17,5 km Dauer: 6,5 Stunden (nach Reiseunterlage 5 Std.) mit Pausen Es geht wieder durch Wiesenlandschaften mit Blicken auf Hügel und Täler und kleine Dörfer. Dann durch einen wunderschönen Mischwald, auf Forstwegen und kleinen Pfaden. Still ist es, weit ist es, einsam ist es... herrlich für eine kleine Rast dann und wann und gemütliches Wandern. Hin und wieder trennen wir uns und wandern alleine weiter. Dann ist die Stille noch tiefer... Nachmittags erreichen wir unser Quartier. Da ich mit Hund unterwegs bin, werde ich in einem anderen Hotel untergebracht (die Frau des Hotels, in dem "meine" Italiener wohnen, hat Angst vor Hunden, wie sich heraus stellt...). Der "Forellenhof", in dem ich unterkam, gehört sicher nicht zu den besten Hotels. Vom gebuchten 3-Gang-Menü habe ich nur zwei Gänge gesehen (weil ich sowieso mit dem servierten Fisch schon teurer gegessen hätte als sie veranschlagt hätte...). Am Treppeneingang zu meinem Zimmer begrüßten mich dornröschenalte Spinnweben. Das Zimmer selbst war winzig und dunkel. Kein Ort für einen längeren Aufenthalt. Es wirkte alles so, als wäre man auf Gäste nicht eingestellt... 4. Wandertag 08. August Route: Philippsreuth - Kubova Hut Wetter: bestes Wanderwetter: trocken, wolkig mit vielen sonnigen Abschnitten, angenehm temperiert Länge: 18,7 km Dauer: 6,5 Stunden (nach Reiseunterlage 5 Std.) mit Pausen Aufbruch nach Kubova Hut über die tschechische Grenze. Der Weg führte durch einen Wald über die tschechische Grenze. Weiter durch den Wald und dann durch ein traumhaft schönes Feuchtwiesengebiet. Hier beschlossen wir, uns zu trennen und uns abends im Hotel wieder zu treffen. Doch weit kamen die Italiener nicht: ihrem englischsprachigen Reiseführer fehlten entscheidende Seiten, sodass wir doch wieder die Wanderung zusammen fortsetzten. So kamen wir durch Wälder und kleine Dörfer in unserem Quartier in Kubova Hut an. Ein Hotel der gehobenen tschechischen Klasse mit großen, freundlichen Zimmern mit Terrasse und Schwimmbad zur freien Nutzung. 5. Wandertag 09. August Route: Kubova Hut - Vimperg (Winterberg) Wetter: trocken, wolkig, kühl Länge: 17,5 km Dauer: keine Stunden notiert (nach Reiseunterlage 5 Std.) Heute bin ich streckenweise alleine gewandert. Der Weg führte durch Wälder hinauf zum Boubin, einem leicht zu erwandernden Berg auf 1362 Höhe. Dort gibt es einen Aussichtsturm... leider war es an dem Tag sehr bewölkt und in der Ferne war ein Gewitter zu hören. Aber auch so hatte man einen fantastischen Ausblick über die tschechische Hügel- und Berglandschaft. Wie schön muss das erst an sonnigen, klaren Tagen sein! Wie gehabt durch Wälder, über bunt blühende Wiesen und fast zugewachsene kleine Pfade ging es nach Vimperg ins Hotel Anna. Hier war für den folgenden Tag ein Ruhetag vorgesehen. Schöne Zimmer und ein Whirlpool zur freien Verfügung. Tag 6: Ruhetag in Vimperg An diesem Tag haben wir uns die Stadt ein wenig angeschaut. Die Burg ist ganz sehenswert. Ansonsten hat die Stadt den Touch von Trabantenstädten im Außenbezirk und den Charme des Verfalls in der Altstadt... 7. Wandertag 11. August Route: Vimperg (Winterberg)- Bischofsreut Wetter: allerbest! Trocken, wolkig, kühl, selten sonnig Länge: 15,4 km Dauer: ca. 7 Stunden (nach Reiseunterlage 4 Std.) mit Pausen Zunächst ging es mit dem Zug nach Volary. Die Strecke von Volary über die Grenze nach Bischofsreut gehört zu den schönsten Abschnitten der ganzen Tour! Wir betraten das Naturschutzgebiet Sumova mit seinen wunderschönen Mischwäldern, wild-verträumten Wegen und ursprünglichen Feuchtwiesen, die sich zu beiden Seiten ausdehnen. Eine romantische Holzbrücke führt über die Warme Moldau. Die Landschaft wurde immer verwunschener mit knorrigen Bäumen, offener baumbestandener und hügeliger Wiesen- und Weidenlandschaft mit verstreut liegenden Felsen. Es mutete an wie das Paradies kleiner Feen und Zwerge... kaum hatte ich das gedacht, stimmte Michele das Lied der 7 Zwerge an... So wunderbar wie die Landschaft war auch die Unterkunft! Die soll hier auch lobend erwähnt werden! Wir waren im "Matthiasl" untergebracht, in dem sich auf Wanderer und Wanderreiter eingestellt hat. Tolle Zimmer, super Essen, sehr gastfreundliche Herbergsleute. Rundum lobenswert! Und auch das Lunchpaket war liebevoll und üppig zusammen gestellt, was man nicht von allen Herbergen sagen kann. Das Matthiasl kann ich nur wärmstens empfehlen! 8. Wandertag 12. August Route: Bischofsreut - Waldkirchen Wetter: Regen, Regen, Regen, Nebel, Kälte... Länge: 23 km Dauer: ca. 7 Stunden (nach Reiseunterlage 5,5 Std.) mit Pausen Nachdem wir am Nachmittag den Tag zuvor nur noch 10° C hatten, schien es an diesem Tag noch einen Tick kälter zu werden. Der Nebel fiel aus den Baumkronen zur Erde und kroch in jedes Kleidungsstück... Auch an diesem letzten Tag führte uns der Weg durch Wälder, durch kleine maibaumgeschmückte Dörfer und nasse Wiesen. Unspektakulär und schön. Am Nachmittag besserte sich auch das Wetter, doch es blieb neblig und feucht. Das Ziel der Tour war Waldkirchen, ein hübscher, kleiner Ort, in dem wir vom Veranstalter mit einem Kleinbus abgeholt und nach Passau gefahren wurden. Hier endete dann auch unsere Wanderung. Abends gab es mit den Italienern ein letztes gemeinsames Abendessen, bevor jeder für sich am nächsten Morgen die Heimreise antrat. Die Reiseveranstalter sind dankbar, wenn man ihnen Unstimmigkeiten im Reiseführer mitteilt, was ich im Anschluss an die Wanderung getan habe. Wer also die Tour bucht, möge doch auch hinterher Änderungen und Unklarheiten mitteilen, damit zukünftige Wanderer mit verbesserten^ Unterlagen ihren Weg noch leichter finden. Denn manches Mal blieben wir auch mit den bunten Bildern und knappen Texten hängen, weil entweder Hinweise fehlten oder Bilder/Texte veraltet waren. So recht was für meine Pfadfinderseele! Ohne den Wanderführer wären wir aufgeschmissen gewesen, weil der Weg nicht durchgängig beschildert ist bzw. aus mehreren anderen Wanderwegen zusammen gesetzt ist, die andere Namen und Zeichen tragen. Und manchmal sind es nur namenlose Verbindungswege, die den Goldenen Steig verbinden. Ein Beitrag von Meike |